Ausstellung: "Farbe und Klang" - im "Spazio Rizzi" in Latsch
REINHOLD TAPPEINER sorgt mit seinen Werken für "FARBE" und DIETER OBERDÖRFER komponierte den "KLANG" bzw. die "Klangdimension" dazu.
Es werden großflächige, halbabstrakte Bilder gezeigt, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind. Reinhold Tappeiner aus Laas in Südtirol/Italien versteht sich als Vertreter einer großflächigen, halbabstrakten Malerei mit symbolischen Bezügen. Seine Arbeiten sind wie eine Lektion über die Aufgabe der Kunst und vermitteln Erkenntnisse darüber, wie allgemeingültige Aussagen mit bildnerischen Mitteln möglich sind und wie diese Botschaften unser Leben reicher machen können.
Zu sehen sind starkfarbige Reduktionen von Formen, Fügungen und Farben, die vielfältige figurale und vegetative Anmutungen hervorrufen. Kennzeichnend für das jüngere Werk von Tappeiner ist, dass die Arbeiten zu Gruppen zusammengefasst werden und so miteinander kommunizieren.
Der Komponist Dieter Oberdörfer, ebenfalls aus Südtirol, wohnhaft in Latsch, wird anlässlich der Vernissage eine musikalische Performance vortragen.
Vorstellung der DVD "Seismograph"
Seismographen sind technische Geräte, die auf feinste Impulse reagieren. Ähnlich feinnervig versuchen hier Künstler aus der visuelleun und der akustischen Kunst aufeinander zu reagieren.
Zu den Künstlern:
REINHOLD TAPPEINER
1959 in Schlanders geboren - wohnhaft aus Laas
1974-1979 Kunstschule in Gröden
1979-1983 Accademia di Belle Arti di Urbi
1983 Diplom an der Kunstakademi bei Prof. Elio Marchegiani
seit 1983 freischaffender Künstler
1997 Nationaler Preis "Fabio Bertoni per l'incisione" (Accademia Belle Arti Urbino)
2001 Vertragsprofessor an der Freien Universität Bozen
Zu den Werken:
"Reinhold Tappeiner erzählt Geschichten in seinen Arbeiten, Geschichten, die nicht nur seine sondern auch die unsrigen sind. Sie äußern sich voller Dramatik, zeigen Euphorisches und Katastrophales gleichermaßen, präsentieren die ganze Vielfalt des Seins.
Seine Werke sind formal hoch organisiert, aber inhaltlich offen. So offen, wie Bilder nur sein können. Seine Bilder sind wie Bäume, dieser Eindruck entsteht sofort und sehr direkt wegen des estremen Hochformates vieler Exponate. Das schmale stehende Rechteck ist wie die Reduzierte Anmutung von Wachsendem.
Reinhold Tappeiners Bilder sind meditative Anlässe, die zu einer anderen als der alltäglichen Wahrnehmung auffordern und ein sich Hineinversenken in die Bilder verlangen. Ein bloses Vorbeigehen oder oberflächliches Streifen der Arbeiten wird keinen Gewinn bringen. Nur diejenigen, die sich auf eine geduldige und beharrliche Beobachtung der Bilder einlassen, werden freilich diese inneren Strukturen bemerken.
Nie ist Farbigkeit provozierend oder überladen. Das Gelb leuchtet, überstrahlt aber nicht. Reinhold Tappeiner setzt Farben gezielt und entschieden ein, bleibt oft auch im Bereich Schwarzweiß. Häufig gehören ähnliche Kompositionen zusammen, sie werden farbig leicht variert, mal im Rotbereich, mal im Blaubereich sich bewegend. Seine Werke zeigen eher Prozesse denn Zustände. Bei näherem Hinsehen steht nichts wirklich still, nichts ist ruhig im eigentlichen Sinne. Vieles errinnert an Spuren, Spuren, welche die Natur beim Wachsen und Vergehen hinterläßt, und Spuren, die wir Menschen erzeugen und mit denen wir unser Handeln dokumentieren. So erzählen Tappeiners Werke vieles über Geschichten, die an Personen und Naturphänomene gebunden sind, aber noch mehr über das Wesen von Bäumen und Menschen sowie über das, was sie verbindet."
Von Klaus-Ove Kahrmann
DIETER OBERDÖRFER
Geboren in Meran, wohnhaft in Latsch.
Kirchenmusikstudium am Konservatorium "Claudio Monteverdi", Bozen.
Orgel-Konzertfachstudium an der Hochschule für Musik in Wien (Orgel und Improvisation bei Anton Heiller und nach dessen Tod bei Alfred Mitterhofer) mit abschließendem Konzertdiplom.
Dozent für Orgel an der Kirchenmusikschule Meran.
Künstlerischer Leiter der Europäischen Orgelakademie, Schloss Goldrain. Intensive Konzerttätigkeit als Solist und mit verschiedensten Ensembles.
Fünf CD-Einspielungen mit Werken von J.S. Bach, Antonio Vivaldi und eigenen Kompositionen für Aquarius, Recon und Perpetuum Mobile. Neben der Orgel beschäftigt er sich in den letzten Jahren vermehrt mit alter und neuer Vokalmusik und der Komposition und entwickelt einen eigenen Stil.
Kompositionen für Orgel, Chor und verschiedenste Kammermusikbesetzungen. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen. Oberdörfer ist Mitglied der Orgelkommission der Diözese Bozen-Brixen.
"SPAZIO RIZZI" in Latsch
Die preisgekrönte Architektur des "Glas-Kubus" in Latsch, in welchem sich der "Spazio Rizzi" befindet, bietet die Kulisse und Bühne für die Ausstellung "Farbe und Klang".









